Montag, 19. Dezember 2016

| Let's Read | Sea Breeze 01: Breathe

4. Kapitel (S. 60 - 78) || Sadies POV



Wir sind auf Seite 60 angekommen und bisher ist ja so gut wie gar nichts passiert, außer dass Sadie gleich zwei Sahneschnittchen getroffen hat, denen sie es voll angetan hat. Der klimpernde Sexgott, der ihr Höschen feucht werden lässt und der andere Schwachmat der da noch mit rumhüpft. Soll ich mich mal gaaaaanz weit aus dem Fenster lehnen und voraussagen, dass sie am Ende mit Jax zusammenkommt? Und das sage ich nicht nur, weil ich das Buch im Januar schon mal gelesen habe und auch nicht weil der Titel sogar voraussagt, wer da am Ende mit wem knattert. Nö, einfach weil es offensichtlicher als offensichtlich ist.

Sadie krepelt im Garten rum und hilft den Gärtner, als Marcus ihr sagt, dass die Familie außer Haus isst und er deswegen früher Feierabend macht. Sadie lehnt sein Angebot auf sie zu warten ab, weil sie noch einkaufen muss. „Der Gedanke, dass du allein im Dunkeln heimfährst, noch dazu beladen mit Einkaufstüten, gefällt mir gar nicht.“ (S. 60, Z. 9–11) Okay, Realtalktime: ich würde so ein Verhalten ja verstehen wenn man im tiefsten Ghetto wohnt. Ich gehe nachts auch nicht gerne alleine über den Alexanderplatz. Aber, man kann so ein Verhalten auch echt übertreiben. Erstens ist sie mit dem Fahrrad unterwegs und zweitens: will man dem Gör irgendwie konsequent eine Paranoia einreden? Sie hat offensichtlich keine Angst davor abends (von wegen nachts!) alleine nach Hause zu fahren. Immer dieses nach Hause bringen! Ja, es ist ja eine nette Geste und eine gewisse Vorsicht sollte man immer an den Tag legen. Aber man kann es auch vollkommen übertreiben. Ich muss da immer dran denken, was meine Oma gesagt hat: was soll das werden wenn man Frühschicht hat? Ich fand es auch nicht toll um 2:40 Uhr mit dem Nachtbus durch die halbe Stadt zu fahren. Musste ich es trotzdem tun? Ja, natürlich. Ist jemals was passiert? Nein, außer dass mir vor die Füße gekotzt wurde. Mir ist klar, dass ich Glück habe, weil mir noch nie irgendwas Bedrohliches alleine nachts passiert ist, aber sich von so einer Einstellung beherrschen zu lassen ist weder gesund noch verständlich. Ich habe da persönlich einfach mal null Verständnis für. Zumal ich auch ausnahmslos paranoide Freunde habe, die in Schweiß ausbrechen wenn ein im Dunkeln ein Mann an uns vorbeiläuft. Und der tut nicht mal was, der denkt sich wahrscheinlich auch nur: „Laber mich bloß nicht an.“ Vielleicht wurde ich auch schon zu oft nachts um 3 Uhr aus dem Bett geklingelt, weil jemand alleine zur U-Bahn laufen musste.

Aus dem Nichts kommt auf einmal Jax und stimmt Marcus zu, dass Sadie nicht alleine nach Hause fahren sollte. Ja, kommt, redet dem Mädel noch mehr grenzdebile Ansichten ein! Jedenfalls, sagt Jax dass er Sadie nach Hause fahren wird und Marcus lässt die Beiden alleine, auch wenn er dabei nicht glücklich aussieht. Alter, hat das Weib da auch mal einen Ton mitzureden? Sie ist ja wohl diejenige die dann zu einem „Fremden“ ins Auto steigen soll, was im Übrigen dümmer ist als alleine nach Hause zu gehen. Ich lasse mich doch auch nicht von Hinz und Kunz nach Hause bringen. Weiß ich was das für Spasten sind? Was in deren Hirnen nicht richtig läuft? Vor allem bei Jax, zumal sie den ja nun mal gar nicht kennt. Da wäre es vernünftiger sich von Marcus nach Hause zu bringen, dem man wenigstens minimal Vertrauen entgegenbringen kann, nachdem er bereits versucht hat eine Freundschaft (und mehr) aufzubauen.

Wir erfahren, dass Sadie neuerdings auch von Jax schwärmt, warum auch immer. Jax sagt irgendwas, dass er, wenn er gewusst hätte dass Sadie jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt schon längst etwas dagegen unternommen hätte. Was zur Hölle? Was will er denn dagegen unternehmen? Was ist daran so schlimm, wenn jemand mit dem Fahrrad fährt? Außerdem fragt er Sadie sofort ob Marcus ein Freund von ihr ist. Sie sagt ja, er ist nett und daraufhin will Jax von seiner Ische wissen, ob er auch ein netter Kerl ist. Ich will nicht mehr, ne? Das tut ja schon im Kopf weh …

Jax lädt unser Naivchen auf einen Strandspaziergang ein, damit sie danach besser einschätzen kann, ob er ein netter Kerl ist. Ich bin raus, adios, ich geh arbeiten! Bahnhofspenner, ich komme!

Es nützt ja nichts, das Buch starrt mich einfach immer anklagend an. Sadie ist sich nicht sicher, ob sie die Einladung einnehmen soll, da sie dem Gärtner ungern alleine lassen will, weil dieser Arthritis hat und dadurch ihre Hilfe braucht. Jax gibt dem Gärtner kurzerhand den restlichen Nachmittag frei. Mag ja an sich eine nette Geste sein, aber ich mag weder ihn noch die läufige Hündin, also rege ich mich drüber auf.

Nach einem kleinen Seitenhieb von Jax ist Sadie nicht gerade begeistert und dann sagt der Junge wieder etwas, was mich einfach nur aufregt: „Einem Mädchen mit Mitgefühl bin ich noch nie begegnet und bin fasziniert.“ (S. 63, Z. 3–4) Alter, wo zur Hölle kommt der bitte her? Unter was für gefühlskalten Menschen ist der bitte aufgewachsen, wenn es ihn fasziniert dass ein Mädchen im Garten hilft und abends mit dem Gärtner eine Runde Schach spielt. Für’s Erste wird sie immerhin bezahlt und das Zweite ist zwar nett und fürsorglich, aber nichts womit man diese Bratze so dermaßen in den Vordergrund rücken könnte. Ich biete einer alten Oma in der Bahn auch meinen Sitzplatz an, bin ich jetzt auch was total Besonderes oder wie?

Immerhin hält Sadie dagegen, dass das nichts Außergewöhnliches ist. Und Jax erwidert, dass seine Fans einfach alle nur miteinander eine Macke haben. Von wegen, die sprühen ihr Parfüm auf sein Kissen und sowas. Bah pfui Teufel, ich hasse ja Parfüm, ne? Da würde ich automatisch voll den Raster kriegen.

Naivchen und Hohlbratze sind am Strand angekommen und setzen sich in den Sand. Und Sadie macht sie einen ganzen Absatz lang darüber Gedanken wie sie wohl aussieht, wenn sie sich hinsetzt. Also, noch unwichtigeren Gedanken kann man ja nun echt nicht nachhängen. Lass’ dich wie ’ne vergammelte Kartoffeln fallen oder dreh’ dabei eine Pirouette, ist doch völlig egal!

Jax möchte einiges über Sadie erfahren und sie sagt sofort, dass sie nicht weiß was sie erzählen soll, da sie total langweilig ist. Immer dieses „Buhuu, ich bin so langweilig.“ Erzähl doch einfach irgendwas. Du bist immerhin siebzehn, du dämliche Göre! Siebzehn Jahre die dein gegenüber nicht mitbekommen hat, da gibt es bestimmt einiges zu erzählen. Und wenn du ihm nur erzählst wie du mit deiner besten Freundin Muffins frisst und zu 'nem Death Metal Lied durch die Küche tanzt.

Sadie erzählt ihm, dass sie mit ihrer Mutter alleine wohnt und diese schwanger ist. Jax hakt sofort nach und möchte wissen was mit Papa Jammer-di-Jammer ist. Wir erfahren dass Sadies Vater verheiratet ist und sie sagt auch, dass ihre Mutter sich immer die größten Loser aussucht. Gut, ich kann verstehen dass sie verbittert und verletzt ist, weil ihr Vater nichts mit ihr zu tun haben will. Aber nur, weil ein verheirateter Mann eine Affäre hatte ist er noch lange kein Loser. Ich hasse dieses einseitige ne? Es ist definitiv nicht die feine englische Art, vor allem wenn man dann nicht mal die Eier in der Hose hat und sich um das Kind kümmert, aber das immer gleich so krass zu verallgemeinern regt mich da schon auf.

Achja, und natürlich sind das alles Sachen, die sie eigentlich niemals jemandem erzählt, aber bei Jax ist das natürlich etwas anderes. Liegt wahrscheinlich am seinem sexy Fingernagel … ne ey. Das sind doch solche Kevins.

Jax ist natürlich sofort hin und weg und sagt, dass das erklärt, warum Naivchen so anders ist. Ich wiederhole: wo ist sie bitte anders? Richtig! Ist sie nicht! Dann betatscht er sie noch und nimmt ihre Hand und spricht mit ihr, als wäre das voll der Weltuntergang dass sie arbeiten geht.

Unser Traumpaar sitzt noch ein bisschen am Strand bevor sie zurückgehen. Natürlich, bevor die Sonne komplett untergegangen ist, weil geht ja mal gar nicht dass das Prinzesschen im Dunkeln durch die Gegend läuft.

„Mit Jax Stone Hand in Hand über den Strand zu gehen und mich ihm verbunden zu fühlen, das kam mir wie eine außerkörperliche Erfahrung vor – anders kann ich das nicht erklären.“ (S. 66, Z. 11–14) das ist jetzt nicht ernst gemeint oder? Mädel, du hältst nur seine Hand und nichts anderes. Meine Fresse, man kann das romantische auch komplett erzwingen. Das ist so ekelhaft kitschig, dass ich kotzen gehen will.

Um dem ganzen noch einen draufzusetzen sorgt Jax dafür dass Sadie einen persönlichen Chauffeur bekommt, der immer und jederzeit für sie bereitsteht, damit das arme arme hilflose Mädchen bloß nicht drei Schritte alleine (und im Dunkeln!!!) machen muss. Bah, ist das ekelhaft. Ganz ehrlich, wenn ein Kerl mich so behandeln würde und mir alles in den Arsch blasen würde, ich würde ganz schnell abhauen. Weil, ich persönlich, finde das überhaupt nicht süß oder romantisch wenn ein Kerl mir mit solchen Argumenten kommt. Die leben nicht im Kriegsgebiet, meine Fresse. Und auch nicht in der tiefsten Wildnis das auf einmal ein Bär aus dem Gebüsch gesprungen kommt. Ich finde das voll belastend.

Kurz darauf hat Sadie dann Feierabend und Marcus hat einfach mal Sadies Fahrrad mitgenommen, damit die Dame auch gar keine Möglichkeit hat sich selbst zu entscheiden. Boah, ich hasse sowas ja … wenn die mit dem Fahrrad fahren will, dann lasst sie doch einfach mal. Da würde es mir einfach nur ums Prinzip gehen.

Und natürlich kann man das Mädel auch nicht mal alleine vom Chauffeur nach Hause bringen lassen. Nene, Jaxie-Boy sitzt hinten mit im Auto und drängt Naivchen seine Anwesenheit auf. Würde ich Sadie nicht so hassen würde sie mir ja glatt leidtun. Das ist nämlich keine Fürsorge was hier passiert, das ist Bedrängnis.

Unsere Schnuckelpuffis gehen also zusammen einkaufen, auch wenn Jax ja eigentlich unentdeckt bleiben wollte. Aber egal, sobald ’ne Blondine mit Titten vor ihm rumspringt vergisst er anscheinend alle Vorsicht und geht mit ihr den Scheiß Wochenendeinkauf machen. Boah, ich habe keine Lust mehr. Das ist doch nicht normal, das tut ja schon im Kopf weh.

Nach langweiligem und überflüssigem rumgeflirte geht unser Traumpaar also in den Supermarkt und Jax erwähnt, dass er das letzte Mal als kleiner Junge einkaufen war. Der glückliche. Ich hasse einkaufen ja, ne? Sadie kriegt auch sofort Komplexe weil ihr einfällt, dass Jax ja jetzt sieht wie sehr aufs Geld achten muss. Mäuschen, du musst sein Klo, das du dir nicht gerade mit 500 Dollarscheinen den Arsch abwischt, müsste ihm eigentlich von Anfang an klar sein.

Ein kleines Mädchen erkennt unsere Gottesgleichen Superstar und Jax ist natürlich der absolute Profi, wenn es um den Umgang mit Kindern geht. Er sorgt dafür dass das ein Geheimnis bleibt, in dem er die Kleine im Prinzip besticht und ihr zwei Konzertkarten in der ersten Reihe und Backstage-Pässe verspricht. Ich weiß nicht wie das in Amerika ist. Aber die Konzerte auf denen ich war, da gibt es keine erste-Reihe-Tickets. Da heißt es: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Oder in einigen Fällen auch: Wer am brutalsten drängeln und schubsen kann steht vorne. Ich hab schon so oft Ellenbogen abbekommen, wurde bei „Volbeat“ mit Bier und Kotze geschmückt und neulich bei „The Amity Afflicton“ habe ich erst einen Schuh gegen den Kopf bekommen … hach, da kann ich Geschichten erzählen.

Jedenfalls, ist die Mutter von dem kleinen Mädchen super gerührt und natürlich ist ihr Mann gerade erst im Krieg gefallen und das bedeutet dadurch ja doppelt so viel. Warum sollte man auch das Potenzial einer Trauergeschichte unausgeschöpft verstreichen lassen?

Unser Traumpaar setzt seinen Einkauf fort und als die damit fertig sind gehen sie wieder raus zum Auto. Also, ich kann ja nachvollziehen, warum Megastars Bodyguards haben, aber seinen Einkauf kann man ja wohl selber in den Kofferraum räumen. Gut, das tut Jax auch. Ich möchte hier jetzt nichts aus dem Kontext reißen. Aber sein Bodyguard möchte das halt für ihn machen und Jax lehnt ab beziehungsweise macht es einfach selber. Das ist so ein Punkt den ich nie verstehen werde. Ebenso wie man, auch als Rockstar, selber eine verdammte Autotür öffnen kann. Oder haben die Angst dass er sich einen wertvollen Finger stoßen könnte?

Naivchen und der klimpernde Bengel sitzen wieder im Auto und Sadie kommt gar nicht darüber hinweg wie absolut toll und gottgleich Jax mit dem kleinen Mädchen umgegangen ist. Als Jax sagt, dass er gerne noch mehr Zeit mit Sadie verbringen würde sagt Sadie dass sie langweilig ist. Ach, sind wir wieder bei der Leier angekommen?

Ohne das Sadie jemals ihre Adresse erwähnt hätte weiß Jax natürlich wo sie wohnt und das fällt Naivchen auch auf. Er sagt, dass sie nun mal für ihn arbeitet und er einfach in die Akte gesehen hat. Also, das finde ich dann schon etwas übertrieben. Ich meine, klar kennt er auf dem Papier ihre Adresse. Aber es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen „in den Akten“ und „ich glotz rauf und finde heraus wo die wohnt“. Bah, wenn das mein Chef machen würde. Ich würde ihm den Hals umdrehen!

Das Kapitel endet damit, dass Sadie ihrem Lover seine Kaugummis gibt. Das war so ein kleiner Scherz von ihr, dass er die kriegt wenn er artig ist. Ich sage es nicht gerne; aber das war eigentlich ganz süß gewesen. Und weil ich das zugeben musste, muss ich jetzt erstmal duschen gehen um den ganzen Kitsch wegzukriegen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen