5. Kapitel (S. 81 - 95) || Sadie POV
Legen
wir los, mit einem erneuten Kapitel aus Sadies Sicht. Sicherlich,
gefüllt mit so tiefgründigen Gedanken, dass ich die ganze Nacht nicht
schlafen kann …
Das
Kapitel beginnt auch sofort mit einem mordsmäßigen Absatz voller
Selbstmitleid. In jeder Einzelheit nimmt Sadie den Abend im Supermarkt
auseinander, betont wie fasziniert sie von unserem klimpernden Bengel
ist und ist so unfassbar enttäuscht dass er seitdem keinerlei
Andeutungen gemacht hat, dass er an ihr interessiert ist. Sie
unterstellt ihm praktisch, dass er eh jeden Tag eine Andere an der Hand
hat und steigert sich einfach mal völlig in diese Überlegungen hinein.
Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist erbärmlich, was das Mädel
sich hier zusammenreimt.
„Ewige Liebe hatte er mir nicht versprochen oder auch nur gesagt, dass er mich wiedersehen wolle.“ (S. 81, Z. 22–23)
und trotzdem jammert sie weiter, berichtet, dass sie Marcus’ Einladung
zum Bootfahren abgelehnt hat, nur weil sie lieber in einer Ecke rumhängt
und darüber jammert, dass der böse böse Junge sich nicht gemeldet hat.
Was zur Hölle stimmt mit der nicht? Der Bubi war nur mit dir einkaufen,
mehr nicht. Sie tut ja so, als hätte er ihr das Blaue vom Himmel
versprochen. Bah, ich bekomme Kopfschmerzen von diesem Weib.
Als
Sadie bei der Arbeit eintrifft, erfährt sie dass es am Abend eine Party
geben wird, welche Jax ausrichtet. Dafür braucht Ms Mary vor allem
junges Personal und Sadie darf auch gleich loslegen in dem sie Shrimps
schälen und entdarmen muss. Das musste ich noch nie machen, aber
appetitlich klingt das auch nicht gerade.
Oh
wow! Es wird eine komplette Doppelseite dafür verschwendet dem Leser
näher zu bringen wie Sadie Shrimps schält. Nicht wie man im Allgemeinen
Shrimps schält oder mit irgendeiner lustigen Anekdote nebenbei. Nönö,
nur wie Sadie Shrimps schält, wie sie sich fühlt, dass das ja ach so
eklig ist (was locker achtmal wiederholt wird) und so weiter und so
fort. Und dann soll man mich nochmal fragen, warum ich das Buch nicht
leiden kann. Es hat keine Handlung, also schlachten mir mal so eine
Nebensächlichkeit eiskalt aus.
Dann
kommt auch noch Marcus ins Geschehen gestratzt. Er und Sadie albern ein
bisschen rum und bei jedem anderen Buch würde ich diese kleinen
Freundschaftsdialoge wirklich gut finden und begrüßen. Das sind
eigentlich gerade so die Szenen, die ich sehr mag. Diese kleinen Szenen,
in denen sich die Beziehungen aufbauen – vor allem bei den platonischen
Beziehungen gefallen mir solche Kleinigkeiten immer sehr. Aber hier?
Bin ich einfach nur genervt. Mag sein, dass ich mir das schlecht rede
und es mir im Endeffekt gar nicht gefallen will, aber ich bin tierisch
genervt von dieser Dummbratze und ihrem hechelnden Köter. Keine Ahnung
wieso, dabei versuche ich eigentlich gerade diese Nebensächlichkeiten
nicht so objektiv zu betrachten. Tja, da bin ich wohl gescheitert …
Sofort
geht es dann mit der Planung der abendlichen Party weiter und Marcus
redet Sadie auch gleich schön ein, dass es haufenweise Typen geben wird,
die ihre Hormone nicht unter Kontrolle haben und sie schamlos anbaggern
werden. Meine Worte, nicht seine. Er umschreibt das so schön, dass das
richtig schön bedrohlich klingt. „Sie werden
dich schwer anbaggern, und manche werden dich an Orten berühren, an
denen ihre Finger nichts verloren haben.“ (S. 85, Z. 26–28) was
für Kerle sind da bitte anwesend? Ich hab zwar nicht auf Partys
gekellnert, aber Nachtschichten während der Partysaison geschoben, an
einem Ort an dem viele Partygänger vorbeikommen. Das kann man vielleicht
minimal miteinander vergleichen. Und ich möchte mal behaupten, ich sehe
auch nicht unbedingt so aus, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen.
Flirten, ja. Vielleicht auch angebaggert werden und das kann schon in
ein sehr fragwürdiges Vokabular abrutschen. Aber auf was für eine Party
wird sie da bitte geschickt, auf der die Kerle die Kellnerin schamlos
anfassen und befummeln? Und das ist ja nicht mal der Ellenbogen oder die
Schulter, das werden eindeutig privatere Stellen sein. Was geht bei
denen ab? Oder will Marcus das nur so darstellen, weil er automatisch
davon ausgeht, dass alle Kerle das Weib anfassen werden? Nein, ey …
einfach nein!
Marcus
erwähnt noch dass Rock und Preston ebenfalls kommen werden, Sadie
schwadroniert ewig lange über die bevorstehende Party und wie tough sie
doch angeblich ist und dann macht sie sich für die Arbeit auf ebendieser
Party fertig. Dann wird noch ein ganzer Absatz unserem klimpernden
Bengel gewidmet. „Ich war zu reif, um mich nach einem Teenie-Rockstar zu sehnen!“ (S. 87, Z. 9–10) dazu muss ich jetzt nichts mehr beisteuern oder? Das sagt doch schon verdammt viel über dieses Gör aus.
Kurz
darauf steht dann die ganze unausstehliche Hohlbratzengang in der Küche
und geht nochmal schnell den Ablauf des Abends durch. Die machen da
eine richtige Wissenschaft draus und Sadie verurteilt auch gleich noch
eine ihrer Kolleginnen, weil diese kichert, nachdem Marcus etwas gesagt
hat. Weil für sie ist ja klar: sie kichert weil sie gleich Jax Stone
sieht. Boah, ist dat Mädel hohl. Das ist ja schon abartig.
Auf
der Party sind natürlich alle absolut wunderschön und vollkommen und
Jax hat Sadie anscheinend in all ihrer gottgleichen Vollkommenheit
gerochen, denn er steht augenblicklich auf der Matte und rückt ihr auf
die Pelle. Anders kann ich dieses ständige ins Ohr flüstern echt nicht
beschreiben. Das ist doch belastend, wenn man einem dauernd so nahe
kommt, dass man einem ins Ohr flüstern kann und das wirklich niemand
anderes hört. Vielleicht lege ich auch überdurchschnittlich viel Wert
auf Privats – und Intimsphäre, kann natürlich auch sein.
Und
natürlich wird Sadie, sobald sie Jax stehen lässt, auch sofort
angemacht. Aber richtig hartnäckig mit einer Einladung zum
Strandspaziergang und fütter mich mit der Auster und dieses ganze Zeug,
was die wenigsten Frauen anziehend finden. Der pralle Bursche heißt Trey
und wird auch sofort von Jason (Jax’ Bruder … ja ich vergesse den
Bengel auch ständig) zurechtgewiesen.
Und
natürlich wird das ganze vollkommen lächerlich und übertrieben zu einem
extremen Drama aufgebauscht. Was für … sorry, für den Ausdruck …
dreckige Wichser muss Abbi Glines eigentlich ständig kreieren? Es gibt
tausend, nein Millionen, Männer die Frauen anmachen, eine Abfuhr
bekommen und dann die Dame in Ruhe lassen. Aber nein, die Softporno
Protagonistinnen müssen natürlich immer an die Hinterwäldler geraten,
die ein einfaches nein nicht akzeptieren können. Nervend ist sowas!
Das
Drama wird vertieft, Jax zieht Sadie in einen ruhigen Raum und tut so
als wäre sie gerade einem tragischen Autounfall entkommen und meckert
auch sofort rum, dass das ja mal gar nicht geht, dass sie an diesem
Abend bedienen muss. Mäuschen, das ist nun mal ihr Job! Ach ja schön,
weil ich noch nicht genug kotzen musste, geht auch gleich die Schiene: „Weißt du eigentlich, wie schön du bist?“ (S. 93, Z. 7) los. Das ist ja nicht zum Aushalten!
Und
während dieser schwülstigen Ansprache, die Jax da hält, fummelt er ihr
auch noch im Gesicht rum; legt einen Finger auf ihre Lippen,
„streichelt“ über ihre Nase. Bin ich echt die Einzige, die sowas gar
nicht lustig findet? Ich könnte ausflippen wenn mir jemand einfach so im
Gesicht rumfuchtelt. Bei einem Kuss oder anderem privaten Moment ist
das etwas anderes, aber im Grunde führen die einfach nur ein Gespräch …
okay, er schleimt wie verrückt, aber die reden einfach nur. Und er
tatscht die ganze Zeit in ihrem Gesicht rum. Da wäre der Junge bei mir
schon durchgefallen.
Und
jetzt jammert Jax ein bisschen über sein kompliziertes Leben. Und dann
kommt der absolute Super-Gau, bei dem ich in ein lautes Lachen
ausbrechen würde: „Du bist alles, worüber ich in meinen Songs schreibe, was ich aber nie haben kann.“ (S . 95, Z. 5–7)
Okay, ein bisschen schleimen und schmeicheln bevor er die Alte geknackt
hat, kann ich ja verstehen. Hey, das mache ich auch nicht anders.
Flirten und das Alltägliche schön und außergewöhnlich reden. Aber der
Junge übertreibt ja mal maßlos. Das ist so … kitschig und übertrieben,
dass ich Karies bekomme.
Das
Kapitel endet damit, dass Jax Sadie praktisch befiehlt Feierabend zu
machen. Also, sie hat da so gar keine Wahl. Okay, vielleicht komme ich
wirklich aus dem Ghetto und bin anderes gewohnt. Vielleicht kenne ich
einfach nur saudumme Kerle. Vielleicht bin ich aber auch ganz normal,
mit einem normalen Leben und normalen Erfahrungen. Jedenfalls, finde ich
nicht, dass das ein Vorfall war der einen früheren Feierabend
rechtfertigt. Zumal sie ja nicht mal ein Wort mitzureden hat. Vielleicht
hab ich auch einfach nur einen Chef der sagen würde „Ist ja noch alles dran und nichts beschädigt.“ (Erlebnis frei erfunden) und bin es deshalb gewohnt wegen so einer Kleinigkeit nicht gleich Feierabend zu machen.
Man kann es drehen und wenden wie man will, ich bin echt mit jedem Kapitel genervter von „Sea Breeze 01: Breathe“. Was sagt ihr? Wäre das ein Buch, welches ihr lesen würdet? Oder eher nicht? Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso?
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