Montag, 26. Dezember 2016

| Let's Read | Sea Breeze 01: Breathe


5. Kapitel (S. 81 -  95) || Sadie POV



Legen wir los, mit einem erneuten Kapitel aus Sadies Sicht. Sicherlich, gefüllt mit so tiefgründigen Gedanken, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann …

Das Kapitel beginnt auch sofort mit einem mordsmäßigen Absatz voller Selbstmitleid. In jeder Einzelheit nimmt Sadie den Abend im Supermarkt auseinander, betont wie fasziniert sie von unserem klimpernden Bengel ist und ist so unfassbar enttäuscht dass er seitdem keinerlei Andeutungen gemacht hat, dass er an ihr interessiert ist. Sie unterstellt ihm praktisch, dass er eh jeden Tag eine Andere an der Hand hat und steigert sich einfach mal völlig in diese Überlegungen hinein. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist erbärmlich, was das Mädel sich hier zusammenreimt.

„Ewige Liebe hatte er mir nicht versprochen oder auch nur gesagt, dass er mich wiedersehen wolle.“ (S. 81, Z. 22–23) und trotzdem jammert sie weiter, berichtet, dass sie Marcus’ Einladung zum Bootfahren abgelehnt hat, nur weil sie lieber in einer Ecke rumhängt und darüber jammert, dass der böse böse Junge sich nicht gemeldet hat. Was zur Hölle stimmt mit der nicht? Der Bubi war nur mit dir einkaufen, mehr nicht. Sie tut ja so, als hätte er ihr das Blaue vom Himmel versprochen. Bah, ich bekomme Kopfschmerzen von diesem Weib.

Als Sadie bei der Arbeit eintrifft, erfährt sie dass es am Abend eine Party geben wird, welche Jax ausrichtet. Dafür braucht Ms Mary vor allem junges Personal und Sadie darf auch gleich loslegen in dem sie Shrimps schälen und entdarmen muss. Das musste ich noch nie machen, aber appetitlich klingt das auch nicht gerade.

Oh wow! Es wird eine komplette Doppelseite dafür verschwendet dem Leser näher zu bringen wie Sadie Shrimps schält. Nicht wie man im Allgemeinen Shrimps schält oder mit irgendeiner lustigen Anekdote nebenbei. Nönö, nur wie Sadie Shrimps schält, wie sie sich fühlt, dass das ja ach so eklig ist (was locker achtmal wiederholt wird) und so weiter und so fort. Und dann soll man mich nochmal fragen, warum ich das Buch nicht leiden kann. Es hat keine Handlung, also schlachten mir mal so eine Nebensächlichkeit eiskalt aus.

Dann kommt auch noch Marcus ins Geschehen gestratzt. Er und Sadie albern ein bisschen rum und bei jedem anderen Buch würde ich diese kleinen Freundschaftsdialoge wirklich gut finden und begrüßen. Das sind eigentlich gerade so die Szenen, die ich sehr mag. Diese kleinen Szenen, in denen sich die Beziehungen aufbauen – vor allem bei den platonischen Beziehungen gefallen mir solche Kleinigkeiten immer sehr. Aber hier? Bin ich einfach nur genervt. Mag sein, dass ich mir das schlecht rede und es mir im Endeffekt gar nicht gefallen will, aber ich bin tierisch genervt von dieser Dummbratze und ihrem hechelnden Köter. Keine Ahnung wieso, dabei versuche ich eigentlich gerade diese Nebensächlichkeiten nicht so objektiv zu betrachten. Tja, da bin ich wohl gescheitert …

Sofort geht es dann mit der Planung der abendlichen Party weiter und Marcus redet Sadie auch gleich schön ein, dass es haufenweise Typen geben wird, die ihre Hormone nicht unter Kontrolle haben und sie schamlos anbaggern werden. Meine Worte, nicht seine. Er umschreibt das so schön, dass das richtig schön bedrohlich klingt. „Sie werden dich schwer anbaggern, und manche werden dich an Orten berühren, an denen ihre Finger nichts verloren haben.“ (S. 85, Z. 26–28) was für Kerle sind da bitte anwesend? Ich hab zwar nicht auf Partys gekellnert, aber Nachtschichten während der Partysaison geschoben, an einem Ort an dem viele Partygänger vorbeikommen. Das kann man vielleicht minimal miteinander vergleichen. Und ich möchte mal behaupten, ich sehe auch nicht unbedingt so aus, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Flirten, ja. Vielleicht auch angebaggert werden und das kann schon in ein sehr fragwürdiges Vokabular abrutschen. Aber auf was für eine Party wird sie da bitte geschickt, auf der die Kerle die Kellnerin schamlos anfassen und befummeln? Und das ist ja nicht mal der Ellenbogen oder die Schulter, das werden eindeutig privatere Stellen sein. Was geht bei denen ab? Oder will Marcus das nur so darstellen, weil er automatisch davon ausgeht, dass alle Kerle das Weib anfassen werden? Nein, ey … einfach nein!

Marcus erwähnt noch dass Rock und Preston ebenfalls kommen werden, Sadie schwadroniert ewig lange über die bevorstehende Party und wie tough sie doch angeblich ist und dann macht sie sich für die Arbeit auf ebendieser Party fertig. Dann wird noch ein ganzer Absatz unserem klimpernden Bengel gewidmet. „Ich war zu reif, um mich nach einem Teenie-Rockstar zu sehnen!“ (S. 87, Z. 9–10) dazu muss ich jetzt nichts mehr beisteuern oder? Das sagt doch schon verdammt viel über dieses Gör aus.

Kurz darauf steht dann die ganze unausstehliche Hohlbratzengang in der Küche und geht nochmal schnell den Ablauf des Abends durch. Die machen da eine richtige Wissenschaft draus und Sadie verurteilt auch gleich noch eine ihrer Kolleginnen, weil diese kichert, nachdem Marcus etwas gesagt hat. Weil für sie ist ja klar: sie kichert weil sie gleich Jax Stone sieht. Boah, ist dat Mädel hohl. Das ist ja schon abartig.

Auf der Party sind natürlich alle absolut wunderschön und vollkommen und Jax hat Sadie anscheinend in all ihrer gottgleichen Vollkommenheit gerochen, denn er steht augenblicklich auf der Matte und rückt ihr auf die Pelle. Anders kann ich dieses ständige ins Ohr flüstern echt nicht beschreiben. Das ist doch belastend, wenn man einem dauernd so nahe kommt, dass man einem ins Ohr flüstern kann und das wirklich niemand anderes hört. Vielleicht lege ich auch überdurchschnittlich viel Wert auf Privats – und Intimsphäre, kann natürlich auch sein.

Und natürlich wird Sadie, sobald sie Jax stehen lässt, auch sofort angemacht. Aber richtig hartnäckig mit einer Einladung zum Strandspaziergang und fütter mich mit der Auster und dieses ganze Zeug, was die wenigsten Frauen anziehend finden. Der pralle Bursche heißt Trey und wird auch sofort von Jason (Jax’ Bruder … ja ich vergesse den Bengel auch ständig) zurechtgewiesen.

Und natürlich wird das ganze vollkommen lächerlich und übertrieben zu einem extremen Drama aufgebauscht. Was für … sorry, für den Ausdruck … dreckige Wichser muss Abbi Glines eigentlich ständig kreieren? Es gibt tausend, nein Millionen, Männer die Frauen anmachen, eine Abfuhr bekommen und dann die Dame in Ruhe lassen. Aber nein, die Softporno Protagonistinnen müssen natürlich immer an die Hinterwäldler geraten, die ein einfaches nein nicht akzeptieren können. Nervend ist sowas!

Das Drama wird vertieft, Jax zieht Sadie in einen ruhigen Raum und tut so als wäre sie gerade einem tragischen Autounfall entkommen und meckert auch sofort rum, dass das ja mal gar nicht geht, dass sie an diesem Abend bedienen muss. Mäuschen, das ist nun mal ihr Job! Ach ja schön, weil ich noch nicht genug kotzen musste, geht auch gleich die Schiene: „Weißt du eigentlich, wie schön du bist?“ (S. 93, Z. 7) los. Das ist ja nicht zum Aushalten!

Und während dieser schwülstigen Ansprache, die Jax da hält, fummelt er ihr auch noch im Gesicht rum; legt einen Finger auf ihre Lippen, „streichelt“ über ihre Nase. Bin ich echt die Einzige, die sowas gar nicht lustig findet? Ich könnte ausflippen wenn mir jemand einfach so im Gesicht rumfuchtelt. Bei einem Kuss oder anderem privaten Moment ist das etwas anderes, aber im Grunde führen die einfach nur ein Gespräch … okay, er schleimt wie verrückt, aber die reden einfach nur. Und er tatscht die ganze Zeit in ihrem Gesicht rum. Da wäre der Junge bei mir schon durchgefallen.

Und jetzt jammert Jax ein bisschen über sein kompliziertes Leben. Und dann kommt der absolute Super-Gau, bei dem ich in ein lautes Lachen ausbrechen würde: „Du bist alles, worüber ich in meinen Songs schreibe, was ich aber nie haben kann.“ (S . 95, Z. 5–7) Okay, ein bisschen schleimen und schmeicheln bevor er die Alte geknackt hat, kann ich ja verstehen. Hey, das mache ich auch nicht anders. Flirten und das Alltägliche schön und außergewöhnlich reden. Aber der Junge übertreibt ja mal maßlos. Das ist so … kitschig und übertrieben, dass ich Karies bekomme.

Das Kapitel endet damit, dass Jax Sadie praktisch befiehlt Feierabend zu machen. Also, sie hat da so gar keine Wahl. Okay, vielleicht komme ich wirklich aus dem Ghetto und bin anderes gewohnt. Vielleicht kenne ich einfach nur saudumme Kerle. Vielleicht bin ich aber auch ganz normal, mit einem normalen Leben und normalen Erfahrungen. Jedenfalls, finde ich nicht, dass das ein Vorfall war der einen früheren Feierabend rechtfertigt. Zumal sie ja nicht mal ein Wort mitzureden hat. Vielleicht hab ich auch einfach nur einen Chef der sagen würde Ist ja noch alles dran und nichts beschädigt. (Erlebnis frei erfunden) und bin es deshalb gewohnt wegen so einer Kleinigkeit nicht gleich Feierabend zu machen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, ich bin echt mit jedem Kapitel genervter von Sea Breeze 01: Breathe. Was sagt ihr? Wäre das ein Buch, welches ihr lesen würdet? Oder eher nicht? Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso?

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