Samstag, 27. Februar 2016

| Musikgebrabbel #6 | Sleeping with Sirens, 23.02.2016 Berlin, Postbahnhof


 Die Konzertkarte für Sleeping with Sirens war noch so ein Spontankauf, den ich vor einigen Wochen tätigte, als ich Lust auf ein Konzert hatte. Auch bei diesem Konzert schloss sich mir Sunni an, die anscheinend meine neue Begleitung für Konzerte und Partyabende jeglicher Art ist.

Da sie ein Seminar hatte trafen wir uns relativ spät und fuhren gemeinsam zum Ostbahnhof, wo wir erstmal wie die Dödel vom Dienst herumstanden und den Club suchten. Hätte ich gewusst, dass das der Schuppen 200 m vom Bahnhof entfernt ist, wäre diese ganze Sucherei vielleicht nicht so peinlich geworden. Jedenfalls, kamen wir an und stellten uns brav in die Reihe. Obwohl wir so spät losfuhren, waren wir ziemlich weit vorne in der Reihe und lange warten mussten wir auch nicht.

Nachdem wir hereingelassen wurden, begann die Routine. Jacken ausziehen und in die Tasche stopfen, die kleine Tasche rauskramen, alles wichtige da reinquetschen und dann alles an der Garderobe abgeben, kurz Panik schieben, dass man das Fitzelchen Papier mit der Garderobennummer verliert und dann ab in den Konzertsaal. Diesmal ergatterten wir Plätze in der zweiten Reihe. Vor uns stand ein Typ, der der Band auf ihrer gesamten Tour folgt, wie wir später erfuhren. Gut, jedem das Seine. Mir fehlt die Zeit und das Geld um einmal quer durch Europa zu fahren und mir fehlt wohl auch die nötige Begeisterung für eine Band um das zu tun. Klar, ich habe eine Lieblingsband. Aber wochenlang auf Konzerte gehen? Das ewige Warten, das ständige Gedrängel, die ganzen kreischenden Weiber? Boah ne, da werd ich nur wahnsinnig.

Wir standen also da, unterhielten uns und warteten auf die erste Vorband. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir absolut keine Ahnung wer diese denn sein würde. Und hätte ich es mir nicht aufgeschrieben, wüsste ich bis heute nicht wie die Vorbands eigentlich hießen. Die Mikrofone waren nämlich alles andere als gut eingestellt, wenn die Künstler geredet haben.

Die erste Band des Abends hatte den Namen „Never Burning Away“ und wir mussten auch gleich beim ersten Lied lachen. Der Sound war gut, die Musikrichtung hat uns gefallen, wir haben getanzt und mitgemacht, aber der Sänger hat immer so seltsam mit dem Bein gezuckt. Ernsthaft, das sah aus, als würde ein Hund sich abschütteln, nachdem er gegen einen Baum gemacht hatte.
Die Band wirkte leicht zurückhaltend, was wohl der Tatsache geschuldet war, dass sie noch eine relativ junge Band ist, doch die Musik war gut. Auch wenn einige Lieder besser waren als andere, so hat es Spaß gemacht im Takt zu klatschen, zu schreien und zu applaudieren und sich vorzunehmen, sich die Band zu Hause in Ruhe anzuhören.



Never Burning Away


Schon nach wenigen Liedern beendete die Band ihren Auftritt und das ewige Umgebaue begann. Irgendwie kam es mir so vor, als wenn die Leute überdurchschnittlich lange für diese Arbeiten gebraucht haben. Klar, das dauert immer ewig lange und ist das was mich an Konzerten echt am meisten stört. Aber die haben einfach dermaßen lange gebraucht, dass meine Füße eingeschlafen sind, weil ich in der Menge eingekeilt war und mich kaum bewegen konnte.

Als nächster Act kamen zwei Typen jeweils mit einer Gitarre auf die Bühne. Ich habe erst später herausgefunden, dass das wohl Youtube-Stars sein sollen. Der eine Typ mit einem Vollbart kam mir vom Aussehen her auch vage bekannt vor, aber ich konnte ihn in diesem Moment einfach nicht zuordnen. Abgesehen davon, dass der zweite im Bunde anfangs ziemlich gelangweilt aussah, hat mir deren Musik wirklich gefallen. Es war überwiegend Schunkelmusik. Man wiegte sich hin und her, schloss die Augen und genoss einfach nur die Musik oder beobachtete das was auf der Bühne geschah, sah wie sie es liebten, was sie taten. Irgendwann forderte uns der Sänger auf unsere Handys herauszuholen und die Taschenlampen anzumachen. Das sah schon ziemlich cool aus wie zwei- oder dreihundert Lichtpunkte durch die Luft gewedelt wurden. Kurz vorher widmete er dem Lied noch jemandem. „I'm dedicating this song to my ...Mehr haben wir nicht verstanden und Sunni fragte mich noch: „Hat der jetzt dog oder daughter gesagt?“ Was bei mir zu einem extremen Lachanfall führte.

Auch dieser Auftritt war relativ schnell vorbei und das Umbauen begann von vorne. Die dritte Band des Abends hieß Mallory Knox“ die mir ehrlich gesagt ein bisschen besser gefallen haben als der Hauptact. Das ist einfach ein bisschen mehr mein Musikgeschmack gewesen. Hin und wieder ein etwas ruhigeres Lied ist ja schön und gut, aber ich stehe auf einen fetten Gitarrensound. Wenn ich auf einem Konzert bin muss die Musik im Kopf wummern, alles muss vibrieren und ich muss tanzen und springen können. Und genau das hat „Mallory Knox“ auch bei mir bewirkt. Die Band hat eine super Stimmung verbreitet und wusste wie man ein Publikum unterhält. Am Ende des Auftrittes hat Sunni mir auch noch ihren Ellenbogen ins Gesicht gerammt, weil sie ihren Arm so plötzlich runter nahm.

Danach quetschte ich mich einmal durch die Menge um etwas zu trinken zu kaufen. Ich ärgere mich jedes Mal über diese extrem teuren Getränke, kaufe mir aber trotzdem jedes Mal etwas. Als ich zurückkam mussten wir nicht mehr lange warten und Sleeping with Sirens betrat die Bühne, was zu einem lautstarkem Kreischanfall bei den Mädels führte, die neben mir standen. Versteht mich nicht falsch, ich schreie und klatschte auch. Aber es gibt einen Unterschied zwischen applaudieren/schreien und kreischen. Dieses hohe Gekreische kann ich überhaupt nicht ab. Da muss ich immer sofort an das All Time Low Konzert denken, bei dem ich zwischen 13- jährigen Hardcore Fans eingekeilt war.



Sleeping with Sirens


Jedenfalls ließ die Band sich Zeit erstmal auf die Bühne zu kommen. Nach und nach kam jeder einzelne auf die Bühne und ließ sich feiern. Genoss den Applaus und spielte dann kurz sein jeweiliges Instrument. Und dann spielten sie ein Lied nach dem Anderen, machten kleine Späße und verzauberten die Menge mit ihrer Musik.
Es war jetzt nicht das beste Konzert auf dem ich jemals war, aber es hat einfach Spaß gemacht der Band zu lauschen, zu tanzen und dem Publikum zuzusehen. Ich beobachte wahnsinnig gerne das Publikum, wenn alle ihre Arme zur Bühne gestreckt haben und den Songtext rausbrüllen. Und was ich noch lieber mache ist mir den Moshpit Circle anzusehen, wenn alle aufeinander zu rennen und sich wie die Neandertaler herumschubsen. Irgendwann mache ich bei so einem Ding mal mit, aber noch habe ich zu viel Schiss eins in die Fresse zu bekommen, wenn ich mich da reinschmeiße.

Als am Ende dann die Zugabe kam, sang der Leadsänger den falschen Text, weil er die Songs vertauscht hatte. Die Band ist aber sehr professionell damit umgegangen, hat sich um arrangiert und im Nachhinein hat er sich auf humorvolle Art selber ein bisschen verscheißert.

Dann war das Konzert auch schon vorbei, wir kämpften uns zur Garderobe vor, wo wir wieder ewig lange anstehen mussten und schließlich stürmten wir aus dem Club um die kalte Winternacht zu genießen. Eine solche Kälte weiß man wirklich nur zu schätzen, wenn man gerade aus einem stickigem Club kommt.

Das nächste Konzert auf unserem Plan ist dann „Hollywood Undead“ am 30. März. Gott, darauf freue ich mich riesig :)

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